Puddeleisen

Im Puddelverfahren entstand durch Frischen eine von Schlacketeilchen durchsetzte kohlenstoffarme Luppe, die in mehreren Arbeitsgängen durch Schneiden und Schmieden weiterverarbeitet wurde.

Durch die Unreinheiten im nicht härtbaren Eisen, kommen durch Ätzen mit Säure, die speziellen Strukturen zum Vorschein. Diese Technik wurde bis ins Jahr 1800 benutzt.

 

Dieses Bild zeigt einen Querschnitt einer alten Wagenachse. Ca 3 x 4 cm.

Ein Teil eines Eisenringes von einem alten , hölzernen Wagenrad. Ca. 10 x 3 cm.

Alte Ankerkette. Gliedlänge 30cm. So dickes Puddeleisen ist schwer zu finden.

Meteorit

Als Widmanstätten-Strukturen werden die vorwiegend in meteoritischem Material nachweisbaren, charakteristischen Strukturen bezeichnet, die sichtbar werden, wenn Eisenmeteoriten vom Typus Oktaedrit angeschliffen, poliert und mit methanolhaltiger Salpetersäure angeätzt werden. Die Erklärung liegt in der unterschiedlichen Beständigkeit der Nickel-Eisen-Minerale Kamacit und Taenit. Während der Ni-arme Kamacit stärker angegriffen und aufgelöst wird, bleiben die Ni-reichen Taenitkristalle stehen. Widmanstätten-Strukturen treten auch in moderner Metallkunde auf, so wie in Stählen, Titan- und Zirkoniumlegierungen.

Die Struktur entsteht in der zunächst homogenen Eisennickel-Legierung aus Taenit bei sehr langsamer Abkühlung bis 100 Grad pro Million Jahre) zwischen 700 und 450 °C im festen Zustand durch Kristallisation des Kamacits entlang bestimmter in der Kristallstruktur des Taenits vorgegebener Flächen. So entstehen Platten von Kamacit, die wie die Flächen eines Oktaeders angeordnet sind. Dazwischen bleiben zwickel- und bandförmige Reste von Taenit zurück. Die langen Abkühlungszeiten machen es verständlich, warum diese Strukturen auf der Erde nicht nachgemacht werden können und deshalb ein Erkennungsmerkmal für meteoritisches Eisen sind. Nur in wesentlich kleinerem Maßstab, so dass sie nur im Mikroskop beobachtet werden können, entstehen ähnliche Gefüge auch in Kohlenstoffstahl bei Erhitzen bis in die Nähe des Schmelzpunkts als sogenanntes Widmanstätten-Gefüge.

 2 Kg."Campo del Cielo" aus Argentinien  ( Mein Eigentum )

 

Meteoritenmetall ist nur für dekorative Elemente brauchbar.  Dieses darf nicht erhitzt werden, sonst würden die  Widmanstätten-Strukturen verschwinden. Es wird zwar wegen seines hohen Nickelgehaltes auch zum Damastschmieden verwendet. Ich finde es aber schade diese schönen Stukturen zu vernichten. Es gibt ja auch Stähle die hoch nickelhaltig sind.

Ein Geätzter "Gibeon" Meteorit.

Dieses Bild ist von der Hompage von Arizonaskiesmeteorites.